auch: Kalkspat, Ca[CO3]
Eigenschaften: In der Natur sind ausgezeichnete Kristalle in einer geradezu unüberschaubaren Vielfalt verschiedener Kristallformen zu finden. Mit etwa 600 verschiedenen Formen in mehr als 2000 Kombinationen ist Calcit in seinem Formenreichtum unübertroffen. Calcit ist spaltbar und zerspringt beim zerschlagen in unzählige kleine und kleinste Stücke. Farbe: chemisch rein ist Calcit farblos, meist jedoch weiß; durch Verunreinigungen (z.B. Magnesium, Eisen, Mangan, Blei, die das Calciumatom zersetzen) vielfach verfärbt. Besonders in Drusen ist Calcit durch Eisenoxid typisch orange bis tiefrot gefärbt. Viele Calcite zeigen in ultraviolettem Licht starke Fluoreszenz.
Bildung und Vorkommen: Calcit ist eines der am weitesten verbreiteten Mineralien der Erde und tritt oft in großen Mengen auf. Ganze Gebirgszüge bestehen fast nur aus diesem Mineral: Kalkalpen, Schwäbischer und Fränkischer Jura. Über geologische Zeiträme hinweg wurde in warmen Flachmeeren der ursprünglich im Wasser gelöste Kalk ausgefällt. Außerdem sammelten sich mit der Zeit die Reste von Meeresorganismen (Muschelschalen, Korallen, Kleinstlebewesen) am Boden an. Durch den hohen Druck, der durch die mächtigen auflagernden Schichten entstand, verfestigte sich das Gestein und es entstanden Kreidefelsen, wie z.B. von Rügen oder Dover. Erhöht sich die Temperatur in der Umgebung solcher Kalklager, z.B. durch den Kontakt mit einem aufdringenden Tiefengesteinsmagma, setzt eine Kornvergrößerung der Calcitkristalle ein; Marmor entsteht.
Bedeutung und Verwendung:
Im Griechischen bedeutet chalis = Kalk, Kalkstein, Mörtel, auch kleiner Stein oder Kies. Dieses Wort wurde später als das Lehnwort calx, calsis in die lateinische Sprache übernommen und danach in den altgermaniscen Sprachgebrauch.
Calcit wird aufgrund seines häufigen Vorkommens und seiner vielen verschiedenen Erscheinungformen reichlich genutzt; der weiße Marmor beispielsweise für Bildhauerarbeiten und Verkleidungen. Schön gefärbter Kalkstein und bunter Marmor wird in Platten geschnitten und poliert und vielfach verwendet. Der Kalkstein findet weitreichende Verwendung als Rohstoff bei der Zementfabrikation; in der chemischen Industrie dient er u. a. zur Herstellung von Kalkstickstoff, Düngekalk, Calciumcarbid und Chlorkalk. Geschliffene klare Kristalle sind für den Edelsteinsammler eine Rarität. Für den Mineraliensammler ist Calcit wegen seiner wunderschönen Kristalle einerseits eine Freude, andererseits jedoch ein Ärgernis, da er so viele andere interessante Mineralien mit störenden Krusten überzieht.
Verwechselungsmöglichkeiten: Calcit ist leicht zu erkennen; von den ähnlichen Mineralien der Calcitreihe unterscheidet der große Flächenreichtum der Kristalle und das starke Brausen beim Auftropfen verdünnter Salzsäure. In dichten Aggregaten können ähnlich sein: Quarz, Fluorit, Gips; Härte, Spaltbarkeit und Reaktion auf Salzsäure sind jedoch sehr verschieden von denen des Calcits.
Quelle: Steinbachs Naturführer Mineralien, Mosaik-Verlag, München
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