|
|

Die Gemeinde Neuenkirchen liegt am Nordrand des Münsterländer Kreidebeckens.
Nachfolgend einige Kurzinformationen über Untergrund, Grundwasser, Rohstoffe, Böden und Baugrund. (Quelle: Geologischer Dienst NRW - Adresse siehe unten)
|
|
Den Untergrund des Gemeindegebietes bilden Gesteine des Erdmittelalters - Ton- und Tonmergelsteine der höheren Unterkreide und Mergel- und Kalksteine der tieferen Oberkreide (Cenoman, Turon und Coniac).
Während die nach Süden und Südosten einfallenden Schichten des Cenomans und Turons einen flachen Höhenrücken bilden und damit den Rand des Münsterländer Kreidebeckens markieren, liegen nördlich und südlich die Schichten relativ flach. Dort sind sie durch Lockergesteine des Erdzeitalters (Quartär) verdeckt. Es handelt sich dabei um Niederterrassenablagerungen der Vechte (Sand und Schluff) und um die Schmelzwasserablagerungen des Münsterländer Kiessandzuges, der nördlich des Höhenrückens in die Terrassensand- und Schmelzwasserdecke des norddeutschen Flachlandes übergeht. Im Süden kommen örtlich tonige schluffige, in Norden überwiegend sandige Grundmoränen vor.
|
|
Sowohl die sandige Deckschicht aus Fluß- und Schmelzwassersanden als auch der Münsterländer Kiessandzug sind Grundwasserleiter von überwiegend guter Ergiebigkeit. In den Festgesteinen ist Grundwasser nur im oberflächennahen Auflockerungsbereich vorhanden.
In dem Höhenrücken aus Gesteinen der tieferen Oberkreide besitzt das Grundwasser einen etwas größeren Flurabstand (über 5 m). In größerer Tiefe und in Nähe von Verwerfungen ist das Grundwasser versalzt.
|
|
Im Bilker Berg wird der Kalkstein des Cenomans und Turons zur Herstellung von Brannt- und Düngekalk abgebaut. Der Schmelzwassersand des Kiessandzuges und des norddeutschen Flachlandes wird als Baustoff genutzt.
|
|
Im nördlichen Gemeindegebiet bilden Kalk- und Kalkmergelstein der Oberkreide den Thieberg, auf dessen höchstem Teil bodentypologisch Rendzina vorliegt. Während der pleistozänen Kaltzeiten ist das Verwitterungsmaterial der Kreidegesteine an den Hängen zum Teil umgelagert worden. Hier finden sich Braunerde und Rendzina-Braunerde aus sandigem bis stark sandigem Lehm.
Das Gemeindegebiet wird von St. Arnold bis zum Offlumer Sand vom "Münsterländer Hauptkiessandzug" durchzogen, der von Flugsand bedeckt ist. Daraus hat sich Podsol, stellenweise auch Podsol-Ranker entwickelt.
Das übrige, flache Gebiet wird von dem für Sickerwasser schlecht durchlässigen Geschiebelehm eingenommen. Wo dieser Lehm unbedeckt an der Oberfläche liegt, kam es zur Bildung von Pseudolgey (Staunässeboden).
Häufig wird der Geschiebelehm jedoch von Niederterrassensand und Flugsand bedeckt, aus dem unter Grundwassereinfluß Gley, Podsol-Gley und Gley-Podsol entstanden ist. Stellenweise liegt Plaggenesch vor, ein durch jahrhundertelange Düngung mit Plaggen künstlich entstandener Kulturboden.
|
|
In den dichtgelagerten Ton- und Tonmergelsteinen der Unterkreide und den Mergel- und Kalksteinen der Oberkreide sind Bauwerksgründungen unproblematisch. In diesen Gesteinen können praktisch alle Gründungsarten gewählt werden.
Sowohl der Verwitterungslehm der Kreideschichten als auch die Grundmoräne sind ein gut tragfähiger Baugrund. Fachgerechte Erdarbeiten sind in diesen bindigen Schichten sehr wichtig. Die fluvoglazialen Sande und Kiese stellen einen gut bis sehr gut tragfähigen Baugrund dar. Die sandig-schluffigen Talsande sind mitteldicht gelagert und für die Gründung mit Einzel-, Streifen- und Plattenfundamenten geeignet.
Der Einfluß örtlich auftretender hoher Grundwasserstände auf Bauwerke ist zu berücksichtigen. Verwitterungstone der Schichten der Kreide können beim Austrocknen schrumpfen, wodurch bei darüberstehenden Bauwerken Schäden entstehen können.
Die Bemessung der Fundamente und die zulässigen Bodenpressungen können entsprechend den Vorgaben und Bedingungen der DIN 1054 "zulässige Belastung des Baugrunds" ermittelt werden.
|
Genauere Informationen über die Untergrundverhältnisse im Gemeindegebiet Neuenkirchen erhalten Sie aus folgenden geowissenschaftlichen Schriften und Karten, die über den Buchhandel oder unmittelbar zu beziehen sind über
Geologischer Dienst NRW - Landesbetrieb - De-Greiff-Str. 195 47803 Krefeld www.gd.nrw.de
Angaben ohne Gewähr (Stand: 01.06.2005)
|
 |
Geologische Karte im Maßstab 1:25000 - Blatt 3710 Rheine mit Erläuterungsheft - ISBN 3-86029-010-X - Erscheinungsjahr 1973 - 25,00 € (ohne Erläuterung 14,50 €)
|
 |
Geologische Karte im Maßstab 1:25000 - Blatt 3810 Steinfurt mit Erläuterungsheft - ISBN 3-86029-020-7 - Erscheinungsjahr 1999 - 25,00 € (ohne Erläuterung 14,50 €)
|
 |
Geologische Karte im Maßstab 1:100000 - Blatt C3910 Rheine mit Erläuterungsheft - ISBN 3-86029-361-3 - Erscheinungsjahr 1987 - 19,90 € (ohne Erläuterungsheft 14,50 €)
|
 |
Bodenkarte im Maßstab 1:50000 - Blatt L3710 Rheine - ISBN 3-86029-401-6 - Erscheinungsjahr 1975 - 14,50 €
|
 |
Bodenkarte im Maßstab 1:50000 - Blatt L3910 Steinfurt (Burgsteinfurt) - ISBN 3-86029-407-5 - Erscheinungsjahr 1974 - 14,50 €
|
 |
Hydrogeologische Karte im Maßstab 1:50000 - Blatt L3710 Rheine mit Erläuterungsheft - ISBN 3-86029-601-9 - Erscheinungsjahr 1983 - 19,50 €
|
 |
Hydrogeologische Karte im Maßstab 1:50000, Blatt L3910 Steinfurt mit Erläuterungsheft - ISBN 3-86029-607-8 - Erscheinungsjahr 1997 - 19,50 €
|
|
 |
 |
 |
|