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Eiszeit ist eigentlich gar nicht der richtige Begriff: Was landläufig als Eiszeit bezeichnet wird, war in Wirklichkeit eine Folge mehrerer Kaltzeiten, zwischen denen jeweils eine Warmzeit lag.

Dieser gesamte, 600 000 Jahre dauernde Zeitraum wird darum auch als "Eiszeitalter" bezeichnet.

Der erste, elsterzeitliche Gletscher erreichte das Münsterland nicht, hinterließ hier kaum Spuren. Er kam nordöstlich des Teutoburger Waldes zum Stehen. Der größte pleistozäne Eisvorstoß während der Saale-Kaltzeit ließ die Gletscher bis zu einer Linie Amsterdam-Dortmund-Harz vorwachsen. Drei oder vier Eisschübe stießen aus Nordosten und Norden über den Teutoburger Wald bis zur Lippe vor. Sie löschten eventuelle Spuren früherer Eiszeiten weitgehend aus. Die wallartige Endmoräne befand sich dabei auf einer Linie Dortmund-Menden im Sauerland.

Die Elster-Eiszeit

Sie begann vor ca. 500.000 Jahren und dauerte bis etwa vor 350.000 Jahren. In diesen Zeitraum fällt die Kulturstufe der Älteren Altsteinzeit teinzeit.

Die Saale-Eiszeit

Der Saale-Eiszeit wird der Zeitraum vor ca. 250.000 Jahren bis ca. 125.000 Jahren zugeschrieben. Sie fällt ebenfalls in die Kulturstufe der Älteren Altsteinzeit.

Die Weichsel-Eiszeit

Sie ist die jüngste Eiszeit und endete vor ca. 10.000 Jahren. Doch dauerte es weitere 5.000 Jahre, bis in Skandinavien das letzte pleistozäne Inlandeis verschwunden war.
In diesen Zeitraum fällt die Kulturstufe der Jüngeren Altsteinzeit.

In der Weichsel-Kaltzeit breitete sich im Münsterland eine Art Strauch- und Parktundra bzw. eine Kältesteppe ohne Eisbedeckung aus. Der skandinavische Gletscher reichte noch bis in Teile Niedersachsens und Schleswig-Holsteins. Aus der weichselzeitlichen Tundra formte sich bei allmählicher Erwärmung des Klimas das heutige Landschaftsbild. Gleichzeitig wichen arktische Floren und Faunen nach Norden zurück, solche aus dem Süden wanderten in Norddeutschland ein. Nord- und Ostsee nahmen ihr heutiges Aussehen an.



Literaturtipp:

Was ist was - Band 65: "Eiszeiten"



Was ist was - Band 65


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